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Du meintest eines Tages macht das alles einen Sinn

Es wird dir weh tun
flüstert mein Verstand
Hab den Mut
brüllt meine Furcht
und übertönt jeden Zweifel
Zwei Schritte grade aus
einer nach links
meine Knie knacken
als ich mich bücke
meine Nägel schaben
am dünnen Stoff meiner Tasche
die Muscheln klirren
als wollten sie mich abhalten
Tiefe Trauer schmiegt sich an mich
und streicht mir mit kalten Fingern
das Haar aus dem Nacken
die Schritte werden lauter 
während sich klares Eis um meinen Körper legt
und ihn zerbrechlich werden lässt
Meine Finger kramen
schieben die Muscheln weg
finden die kleine Box
versteckt unter Strandgut
holen eine Klinge raus
und drehen sie hin und her
wägen Pro und Contra ab
Meine Furcht schweigt
während mich fremde Finger verbrennen
und meine Haut zerfetzt und stinkend zurück lassen
das Eis schmilzt
und droht mich menschlich werden zu lassen
Langsam schiebe ich die Hose hoch
streiche über die glatte Haut
betrachte die etlichen Kämpfe
die ich verloren habe
fahre sie mit dem Finger nach
als könnte ich alles ungeschehen machen
Ich betrachte mich von außen
schaue mir in die Augen
die mich starr ansehen
warte auf die Luft, die meinen Lungen fehlt
und schreie
während ich unter dem Mann zu sterben drohe
Leere überfällt meinen Körper
kriecht unter meine Kleidung
fasst mich gierig an
hinterlässt schmutzige Spuren
begleitet von einem hämischen Lachen
Nach Stunden liege ich alleine da
ohne ein fremdes Gewicht
das meine Knochen bricht
kann kaum atmen
aus Angst zu merken, dass ich noch lebe
Es ist lediglich ein kurzes Ziehen
ein Knirschen alter Knochen
ein Fluchen aufgrund alter Verletzungen
ein Schnitt neben vielen
der alte Wunden überdeckt
Offene Fragen begleiten mich
die ebenso schmerzen
wie frische Wunden
und auf der Suche nach dem Sinn
verliert sich viel
im Damals

1 Kommentar:

Butterfly hat gesagt…

Ich liebe diese Kunst, die schon in der Stellung der Strophen steckt. Wunderschön und bedrückend geschrieben, bedrückend im eigentlichen Wortsinn, als würden die Buchstaben auf mir liegen und mich herunterziehen. So traurig, ich wünschte, dir das Schwert, mit dem du zu kämpfen versuchst, sanft aus der Hand zu nehmen. Und dir zu sagen, dass du vielleicht einen Kampf, nicht aber die ganze Schlacht verlierst.