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Lets just exist together

Eigentlich müsste ich glaube ich traurig sein, bei dem ganzen Kram, den ich da schreibe. Es ist seltsam, mir meine eigenen Texte durch zu lesen. Als wäre das nicht ich, als würde ich von einem Mädchen berichten, welches ich einfach nur begleite, von außen sehe aber kaum kenne.
Ich bin aber nicht traurig. Ich bin nicht wütend, nicht traurig, manchmal ein bisschen verzweifelt weil ich nicht weiß, wie ich weiter machen soll, aber mehr auch nicht. Ich bin wie du, ich bin das Mädchen von nebenan. Ich bin die, die draußen an ihrer Kippe zieht und die Menschen argwöhnisch betrachtet. Ich bin wie du, ein Niemand, der sein Leben irgendwie auf die Reihe bekommt. Ich bin nichts außergewöhnliches, das was in meinem Leben geschieht ist nichts besonderes. An einem Tag, in einer Stunde schon, wird so vielen Menschen so viel Leid angetan, dass man Bibliotheken damit füllen könnte. Ist alles nur eine Frage der Gewohnheit. Irgendwann verändert sich die Schmerzgrenze. Schläge sind nicht mehr so schlimm wie vorher, es gibt immer etwas, was es schlimmer machen könnte. Also nimmt jeder von uns das kleinere Übel, das, wo einem weniger weh getan wird.
Ich ziehe mit Simon zusammen. Sein Mitbewohner ist bald raus, und dann hab ich endlich mein Zimmer. Vielleicht ein Neuanfang, einer mit alten Marotten. Simon zieht mich mit seinen Blicken aus, er giert nach mir. Ist mir fast schon egal, nur ein wenig lästig.
Er baut mir weiter meine Joints, weil ich viel zu dumm dazu bin. Wir rauchen zusammen und ich rede. Ich höre manchmal gar nicht mehr auf, ich rede einfach. Er findet meine Vergangenheit nicht schlimm, für ihn scheint es auch etwas alltägliches zu sein. Es macht mir Angst, dass er nicht erschüttert ist, dass er es fast schon geil findet, was grade geschieht. Aber er hört mir zu. Er sitzt neben mir, raucht mit mir und beginnt, alles mit mir zu vergessen. Ich werde düdelig, nehme nicht mehr so viel wahr. Ich weiß, dass ich zu viel kiffe, aber es ist mir scheiß egal. Ich liebe das Gefühl, wenn sich mein Kopf von mir verabschiedet, wenn er im Himmel hängt. Es tut nicht mal mehr weh, wenn ich mir die Kippen ausdrücke. Simon hat sich erschrocken, als ich es das erste Mal gemacht habe. Er wollte mir die Kippe aus der Hand schlagen, stattdessen hat er sich eine Backpfeife eingefangen. Aber irgendwie bewundert er mich dafür, dass ich es tue. Dass ich mich traue mir und ihm weh zu tun. Dass ich mich so gerne zugrunde richte.
Es gibt keine neuen Updates. Was soll ich neues sagen? Ich habe immer noch Sex, obwohl ich nicht will. Ich wehre mich manchmal, aber meistens ist mir meine Energie zu schade. Ich dröhne mich zu, ich esse zu wenig und zu ungesund. Mir brechen die Fingernägel und die Haare. Letztens hab ich mich dabei erwischt, wie ich weinen wollte. Kann es nicht leiden. Ich beginne die Menschheit zu verachten, sowohl die netten als auch die Arschlöcher. Ich verlasse mich nur noch auf mich selber und selbst das tue ich selten, weil ich nicht weiß, woran ich mich halten soll. Manchmal wünsche ich mir jemanden, der da ist und mich aushält. Immer. Der mich nicht anfasst, nicht ein einziges Mal. Der mich nicht ansieht und der mich begleitet, egal was ich tue. Einfach jemanden, der da ist und bleibt.

Kommentare:

Lori hat gesagt…

Dann tue heute etwas dafür, dass sich deine Wünsche morgen erfüllen.
Ich weiß, klingt verdammt kitschig und das trieft schon vor Kalenderspruch, aber es ist was wahres daran, wenn du darüber nachdenkst.
Ich weiß, dass du das schaffen kannst!
Lori

Too Proud For Love hat gesagt…

Im ersten Part habe ich mich sofort wieder gefunden. Ich erwische mich auch des Öfteren alle meine Einträge wieder und wieder zu lesen, (vor allem die ganzen Vorlagen, die ich nie veröffentlicht habe) und irgendwie fühle ich mich dann noch fremder, als sonst..

vielleicht-doch-nicht hat gesagt…

Bitte sag mir, dass du noch lebst! Ich mach mir Sorgen!