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Und trotzdem liebe ich dich

"Hey Kleine." Ich hasse es, wenn M mich so nennt. Als würde er mich auslachen dafür, dass ich mich nicht gegen ihn wehren kann, wie ein Witz fühle ich mich dann. 
Ich reagiere nicht, schaue stur nach vorne und rauche weiter. Wir sitzen auf dem Balkon und die letzten Sonnenstrahlen scheinen auf meine Haut.
"Guck mich mal an." 
Im Leben nicht. Also starre ich weiter grade aus und hoffe, dass er endlich still ist. Mein Kopf pocht grausam und mit jedem Schlag kommt mir die Kotze ein bisschen mehr hoch.
"Jetzt stell dich doch nicht so an, ich will doch nur, dass du mich mal anguckst." M klingt genervt und da ich keine Lust auf Streit habe, wende ich mich ihm nach ein paar Sekunden Schweigen zu.
"Wie war eigentlich die Party? Hast mir noch gar nix erzählt."
"War gut." Ich drehe den Kopf wieder weg und schließe die Augen. Mein ganzer Körper wehrt sich, am liebsten würde ich mich jetzt in meinem Bett verkriechen und nicht mehr raus kommen. 
M schweigt eine ganze Weile und ich meine schon fast, dass er verschwunden ist, bis er wieder zu sprechen beginnt.
"Du bist so komisch, seitdem. Ist irgendwas passiert?" 
Ich schüttel den Kopf und bereue es sofort. Mir schießen grelle Blitze durch den Kopf und ich krümme mich. 
"Ich glaube dir nicht."
Schweigen. Endloses Schweigen. Ich bin zu kaputt um mich zu rechtfertigen oder mich mit ihm zu streiten, also stehe ich auf und gehe in mein Zimmer. Grade als ich die Tür schließen will kommt M hinterher und stellt sich in die Tür. Genervt verdrehe ich die Augen und sehe ihn an. 
"Ich will schlafen, verschwinde." Ich wunder mich nicht einmal mehr über meinen frechen Ton, ich will nur noch ins Bett. Doch M bleibt, wo er ist. Er bewegt sich kein Stück, sieht mich nur nachdenklich an. 
"Du hast mit jemand anderem gefickt." 
Das ist keine Frage, das ist eine Feststellung. Er sagt es so bestimmt, als wäre er direkt daneben gewesen, als wüsste er tatsächlich Bescheid.Ich sehe ihn einen Moment an um einschätzen zu können wir überzeugt er von seinem Satz ist und sehe dann zur Seite. Genervt versuche ich ihn raus zu schieben, doch mir geht aus Angst so die Pumpe, dass ich beginne zu zittern. Ich hoffe insgeheim, dass M das auf meine Krankheit schieben wird. 
Den ersten Schlag bekomme ich noch mit. Er trifft mich seitlich am Kopf, direkt an der Schläfe. M schlägt mit der Faust zu, so fest, dass mein Kopf wie ein Flummi zwischen seiner Hand und der Wand hin und her didscht. Ich falle zu Boden und kotze. Ich kotze mir die Seele aus dem Leib, versuche, den ganzen Schmerz raus zu lassen. Schneller als ich damit gerechnet hab hockt M über mir. Seine Hand knallt einmal auf meinen Kopf, zweimal, dreimal. Danach kann ich nicht mehr mitzählen und versuche meinen Kopf, zwischen kotzen und in Ohnmacht fallen, zu schützen und seine Schläge abzuwehren. 
Mein Selbstmitleid hält sich in Grenzen, selber Schuld. 

Kommentare:

Tia hat gesagt…

Ich will dir sagen, dass nichts sein Verhalten rechtfertigt, aber mir gehen die Worte aus. Ich habe sie alle schon gesagt.
Und ich weiß, dass du sie sowieso nicht hören könntest. Es gibt nur einen Mensch, der dich retten kann und der bist du.

Ich wünsche dir Kraft

Tia

Anonym hat gesagt…

Tut mir leid, aber ich glaub langsam nicht mehr, dass das wahr ist. Bzw. will ich nicht glauben, dass jemand so dämlich sein kann und noch bei einem Menschen bleibt, der in psychisch und physisch misshandelt.
Wenn das aber alles wahr ist - sei nicht dumm und verlass ihn. Heute noch.

D hat gesagt…

Anscheinend hast du dann diesen Blog noch nicht verstanden, wenn du es nicht verstehen kannst.