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Und irgendwann geht das schon wieder vorbei; Und irgendwer ander's nimmt dann den Platz für mich ein

Ich sehe M kaum noch. Ich glaube er schläft jetzt mit dem Mädchen, die mich nicht leiden kann. Ich glaube, sie verliebt sich in ihn und ich glaube, dass er das genießt. Sie ist sein Püppchen, sein kleines Ding, was alles für ihn tun würde.
Eigentlich haben wir nicht Schluss gemacht, aber ich glaube, dass es das jetzt war. Ich hoffe es, irgendwie. Einerseits. Andererseits fehlt er mir. Ich bekomme von den Tagen kaum noch was mit, es sei denn Eddie kommt. Eddie, oder wie auch immer ihr ihn nennen wollt ist der Typ, mit dem ich seit einiger Zeit schlafe. Er ist okay, nur sobald er den Mund aufmacht, würde ich ihm am liebsten eine kleben, damit er ruhig ist. Alles an ihm regt mich auf, sein Ton, das, was er sagt, seine Art zu lachen und mich zu küssen. Eigentlich habe ich gar keinen Grund ihn so zu behandeln, er ist ein herzensguter Mensch. Ich glaube, dass mir sein Herz schon länger gehört, als er es weiß, und dass es ihm weh tut, dass ich ihm nichts entgegen bringe. Er ist nett zu mir, er macht mir Komplimente und behandelt mich gut. In den richtigen Momenten wechselt er zu hart, zu erbarmungslos und egoistisch.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mich Sex ohne Gewalt nicht mehr reizt. Es langweilt mich, wenn wir Blümchensex haben, mir vergeht augenblicklich die Lust. Nicht, dass davon viel übrig wäre, aber sobald er beginnt mich sanft zu küssen ists vorbei. Ich beiße ihn in die Lippe oder reize ihn anders bis er mich an den Haaren zieht oder mich sanft schlägt. Anders geht es nicht, anders kann ich nicht. Es tut mir nicht gut, wenn er zu nett zu mir ist, ich komme besser mit der Arschlochtour klar. Nur leider steckt das kaum in ihm, er versucht für mich etwas zu sein, was er augenscheinlich nicht ist. Hinter den ganzen Muskeln und dem Geschwafel von den vielen Weibern, die er alle haben könnte, steckt irgendwas weiches, etwas schutzloses und liebebedürftiges, was ich nicht kennen lernen möchte. Rein, raus und bloß nicht auf Beziehung machen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich weiß, wie man eine anständige Beziehung führt. Wie würden wir es beispielsweise machen, wenn wir uns streiten? Wie regelt man sowas?
Eddie schaut mich an mit seinen Hundeaugen, und manchmal will ich ihn in den Arm nehmen und ihm sagen, dass ich ihn beschütze weil er mir irgendwie leid tut, aber das kann ich nicht. Es ist nicht gut, wenn er mich für jemanden hält, mit dem er seine Probleme besprechen kann, oder dass er gar von mir erwartet, dass ich das mit meinen tue. Das mit dem Sex ist okay, das ist aber auch die einzige Nähe, die zwischen uns beiden jemals sein wird. Hoffe ich jedenfalls, ich will im Moment einfach nicht mehr. Das Chaos in mir könnte nicht größer sein und ich glaube fast, ich könnte mich nicht mehr verachten als ich es jetzt tue. Ich schlafe mit Eddie, vermisse M und schäme mich für beides.